Es heisst, dass die Rishis – die heiligen Männer Indiens – vor langer Zeit von Gott die Veden empfangen haben. Die Veden sind das gesamte und reine Wissen, das wir Menschen auf dieser Erde zum Leben brauchen. Lange Zeit wurden sie von den Rishis als Gesänge und Mantras rezitiert, mündlich überliefert und vor etwa 5000 Jahren aufgeschrieben. Dies mag uns fremd anmuten und vielleicht sogar unglaubwürdig erscheinen, doch gibt es viele Zeugnisse, die beeindruckend sind und unser allgemeines Verständnis vom Leben in Frage stellen. So sind zum Beispiel die Bauten der Mayas nach Vedischen Prinzipien gebaut, Planeten, die neu entdeckt werden, sind in den Veden schon längst beschrieben und auch die Lichtgeschwindigkeit kann dort nachgelesen werden.
Ein weiterer und wohl der bedeutendste Teil des Vedischen Wissens ist die Beantwortung von spirituellen Fragen. Was ist der Sinn des Lebens? Woher kommen und wohin gehen wir? Auch wenn die Veden meist mit Indien und dem Hinduismus in Verbindung gebracht werden, sind sie keine Religion. Vielmehr hat jede Religion ihre Berechtigung – für verschiedene Kulturen, verschiedene Zeitepochen unterschiedliche Religionen. Auch sind die Veden universell und nicht einfach nur auf Indien beschränkt; sie sind weder religiös, historisch noch geographisch beschränkt.
Ausschnitt aus „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda „Die Veden sind die ewigen Wahrheiten, die Gott den großen alten Rishis Indiens offenbart hat. Das Wort Rishi heißt Seher und kommt von Dris, sehen. Er ist der Mantra Drashta, der Seher eines Mantras oder Gedankens. Der Gedanke stammte nicht von ihm. Die Rishis sahen oder hörten die Wahrheiten. Deshalb sind die Veden das Gehörte - ‘Shruti’. Der Rishi schrieb nicht. Er schuf nicht aus seinem Geist. Er sah den Gedanken, der schon da war. Er war nur der spirituelle Entdecker des Gedankens. Er ist nicht der Erfinder der Veden. Die Shrutis heißen Veden oder Amnaya. Die Hindus empfingen ihre Religion durch Offenbarung, durch die Veden. Sie sind direkte intuitive Offenbarungen und gelten als A-Paurusheya, vollständig übermenschlich, ohne spezifischen Autor. In diesem Sinn sind die Veden ewig. Die Veden sind ewige spirituelle Wahrheiten. Die Veden sind die Verkörperung göttlichen Wissens. Bücher können vernichtet werden, aber das Wissen kann nicht vernichtet werden. Wissen ist ewig. Die Veden flossen aus dem Atem Gottes. Sie sind ohne Anfang und ohne Ende.
Die Veden sind die spirituellen Erfahrungen der Rishis von einst. Alle anderen Weltreligionen führen ihre Autorität auf den Umstand zurück, dass sie bestimmten Menschen von einem bestimmten Boten Gottes enthüllt worden sind, die Veden hingegen verdanken niemandem ihre Maßgeblichkeit. Sie sind selbst die Autorität, weil sie ewig sind, und weil sie das Wissen Gottes sind.
Gott Brahma, der Schöpfer, gab das göttliche Wissen an die Rishis oder Seher weiter. Die Rishis verbreiteten das Wissen. Die Vedischen Rishis waren großartige verwirklichte Menschen, die direkte intuitive Wahrnehmung von Brahman, der Wahrheit, hatten. Sie waren inspirierte Schreiber. Sie schufen ein einfaches, großartiges und vollkommenes System von Religion und Philosophie, aus dem alle anderen Religionsgründer und Lehrer ihre Inspiration nahmen.
Die Veden sind die ältesten Bücher in der Bibliothek des Menschen. Die in allen Religionen enthaltenen Wahrheiten stammen aus den Veden und sind letztlich auf die Veden zurückzuführen. Die Veden sind der Urquell von Religion. Die Veden sind die Quelle, auf die alles religiöse Wissen zurückführbar ist. Religion ist göttlichen Ursprungs. Sie wurde dem Menschen von Gott in früher Zeit enthüllt. Sie ist in den Veden verkörpert. „